Dr. Current

MONTFERRAND (1959) – Nachforschungen über die Diözese von Alet und Umgebung.

Im Jahr 1632 beauftragte Papst Urban VIII den Pfarrer von Alet  die Einkünfte der Kirche Saint-Nazaire in der Lokalität Baings de Montferrand zu fordern. Wir haben Catel bereits zitiert, im Zusammenhang mit einer römischen Inschrift, die sich einst in der Kirche der Gemeinde (1633) befand. Man nannte Bains de Regnes (Bezeichnung, die seit dem Jahr 1406 benutzt wurde) die Quellen von Montferrand. Die Baings de Montferrand  werden auch in den Archiven des Depatements Aude in der Nähe der Diözese von Alet im Jahr 1647 zitiert, und die geographische Karte dieser Diözese zitiert im Jahr 1781 auch die Gemeinde des Baings de Montferrand. Ein Dokument ( Verkaufsbescheid der Quellen von Rennes als Staatsbesitz bezeichnet Rennes-les-Bains wie folgt: „Gemeinde des Bains“. (Archiven des Aude).

 

Wir sehen also dass die Thermalquellen von Rennes im tiefsten Mittelalter nicht unbekannt waren. Man muss aber auf Catel im 17 Jahrhundert , und auf Delmas im 18 Jahrhundert warten, um feststellen zu können, dass die Bäder von Kranken benutzt wurden und dass sie, obwohl schwer zugänglich, „sehr geschätzt wurden (Catel). Sie verursachten eine wunderbare Genesung auf Schwellungen, Schmerzen, wenn die Stimmung kalt ist (??) im Fall der Nervenschwäche…“, schreibt der Pfarrer Delmas, der als erster versucht, außer der Behandlungsmöglichkeiten  auch die chemische Zusammensetzung zur Verfügung zu stellen.

Pfarrer Delmas unterscheidet die drei Quellen von Rennes die eine von der anderen. Er bezeichnet „Bains de Montferrand“ jene Ortschaft, die von den Einwohnern „Bains de Rennes“ genannt wird.

 

1734 vermerkt Basville, Intendant der Provinz Languedoc, in seinem Buch „Memoires pour servir a l’Histoire du Languedoc“ die Bäder in der Diözese von Alet, bei Limoux indem er schreibt: „die warmen Quellen, die von den Römern besucht wurden und wo man Medaillen und Inschriften gefunden hat.“

Aber er nennt  sie nicht Montferrand oder Rennes, sondern nur Kirvius.

1746 händigt Sage der Akademie der Wissenschaften von Toulouse ein Memoire, in dem er das Buch von Pfarrer Delmas analysiert, aber er fügt dem Werk des Pfarrers nichts Persönliches hinzu. Er versucht die Inschrift von Catel zu erklären, aber „seine Nachforschungen bringen nichts Befriedigendes“.

 

Nach Astruc (1) , Arzt des Königs, Professor der Medizin bei dem College Royal von Frankreich, war die Stadt Redae (bei Carcassonne) die Hauptstadt des Comitatus Redensis (heute Grafschaft von Razés). Im Jahr 871 findet man die Spuren dieser Stadt Redae, nachdem der König Karl der Kahle sie Bernard, dem Graf von Toulouse, zusammen mit Carcassonne schenkte. Sie überdauert mehr als 200 Jahre, weil Roger, Graf von Carcassonne, im Jahr 1062 seinem Sohn das Schloss von Redae mit der Grafschaft (Castrum Redae cum suo comitatu) schenkt. Doch Astruc fügt hinzu:

„Diese Stadt ist vollkommen verschwunden, so dass man heute ihre genaue Lage  nicht mehr kennt. Doch ich glaube, dass sie mit dem Dorf von Rennes identisch war, 4 Meilen von Limous entfernt, das berühmt für seine Bäder ist. Es scheint so zu sein, dass das Dorf von Rennes sich im Razès befindet, der Name ist derselbe, denn „Rennes“ stammt von „Redenae“, Verkleinerungswort von „Redae“. Schließlich hat man gefunden und findet man heute noch und immer wieder viele Münzen in der Umgebung dieses Dorfes, welche die Existenz einer bedeutenden Stadt in der vergangenen Zeiten und in diesem Gebiet beweisen.“

Wir können nicht die Meinung von Astruc in Bezug auf Rennes-les-Bains als Hauptstadt des Comitatus Redensis teilen. Es gibt gar nichts in der Struktur dieses Dorfes und in seiner Umgebung, das für die damalige Existenz eines Oppidum , Hauptstadt eines wichtigen Hochburg spricht, wie das Castrum de Redae cum suo comitatu , das einst eigene unabhängigen Herren besaß, und später in Besitz der Herren von Carcassone überging.

Das Pagus Redensis war im XI Jahrhundert der wichtigste Ort eines adligen Besitztums, das einschloss: Rennes, Bezu, Les Bains, Montferrand, Montazels, Moissan, Lavaldieu, St Just und Belfort de Voizins (1)… „Die Stadt Redae wurde völlig zerstört, „ sagt Astruc „und man kennt heute ihre Lage nicht.“ Fehler! Denn wir lesen in „Histoire du Languedoc de dom Vaissete“ (1002- 1067 – 1070- 1125- 1130- 1179 und 1185), die Sicherheit, dass Castrum et Civitas die man Redes nennt, war gewiss auf dem Platz von Rennes-le-Château gebaut worden, dieses gallo-römische Oppidum, worüber mehrere Dokumente sprechen:

  1. in      den Archiven von Haut-Garonne (im Jahr 1185 und 1244)
  2. in      einem Manuskript der Bibliothek von Carcassonne, Nr. 9551 (Jahr 1428-1559)
  3. in      den Archiven des Aude (Jahr 1778).

 

- (Rennes-le-Château hat 4 Türme, drei quadratische und eine runde).

Die Spuren und die Ruinen, die man in Rennes-le-Château sieht, die wahre Hauptstadt der Grafschaft Razés, gehen bis zur römischen Epoche und zum Mittelalter zurück. Es sind Spuren einer befestigten Stadt, die wichtig war und der Stadt Carcassonne ähnelte. Heute besitzt Rennes-les-Bains, dagegen, keine Spur einer Festung. Sie ist die alte Gemeinde von Aquis Calidis (1162), Locus et Balnei de Monteferrando (1307 und 1377), de Bains de Regnes (1406 und 1633), des Bains de Montferrand (1647..) Diese Gemeinde der Bäder hat existiert und sich zur selben Zeit entwickelt wie das Castrum de Redae, heute Rennes-le-Château genannt, alte Hauptstadt des Comitatus Redensis.

 

De Gensanne (1), Mitglied der Academie Royale der Wissenschaften von Montpellier, Berichterstatter der Academie Royale von Paris und beauftragt eines offiziellen Besuches der Bergwerke, hat die drei Quellen von Rennes und ihre Bewirtschaftung beschrieben. Um die gute Strukturierung dieser Ortschaft zu verstehen, könnten wir nichts besseres tun, als seinen Bericht zu veröffentlichen:

„Was man Bains de Rennes nennt, ist nur ein kleines Dorf mit Häusern, die eng neben dem Berg gebaut, den kleinen Fluss Sals säumen. Es gibt drei Hauptquellen, die verschiedene Temperaturen haben.

Die, welche „Bains Chaud“ genannt wird (2), beinhaltet ein Fünfzigstel der Wärme des Thermometers Reaumur; das Wasser dieser Quelle kann man nur für Duschen benutzen